Digitale Tools für das Museumsnetzwerk
Im Netzwerk "Drei Täler - 7000 Jahre" engagieren sich Museen, Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger sowie Menschen, die sich für die Vermittlung von Geschichte und Weiterentwicklung regionaler Kultur interessieren. Das Netzwerk ist ein Arbeitskreis der Lokalen Aktionsgruppe Landkreis Landshut e. V. (LEADER).
Museen sind im ländlichen Raum zentrale Orte kultureller Identität und Teilhabe. Sie bewahren nicht nur Geschichte, sondern schaffen Begegnungsräume, in denen ehrenamtliches Engagement eine tragende Rolle spielt.
Auf Einladung der Netzwerkleiterinnen Karoline Bartha und Julia Maier kam das Netzwerk im neuen Landratsamt Landshut in Essenbach zusammen mit einem klaren Fokus: Wie kann Digitalisierung die Museumsarbeit im ländlichen Raum stärken?
LAG-Geschäftsführerin Karoline Bartha (LEADER) informierte über museumspädagogische Fortbildungsangebote, Förderungen und aktuelle LEADER-Projekte, darunter:
- die Umnutzung des Trillerhäusls in Adlkofen als Kulturstadel mit Hofladen
- die Entwicklung eines Zukunftskonzepts für das Künstlerhaus Ganslberg mit der Fritz und Maria Koenig Stiftung
Die große Bedeutung der Förderung durch LEADER (EU- und Landesmittel), zur Entwicklung des ländlichen Raums, wurde deutlich.
Projektmanagerin und Co-Gastgeberin Julia Maier (Landratsamt Landshut) stellte zwei zentrale digitale Tools vor:
Die App "Landshut Zeitmaschine": Sie bringt Geschichte mit GPS-Suchaufgaben, AR-Elementen und Storytelling direkt in den öffentlichen Raum. Ein Outdoor-Angebot, das Museumsarbeit erweitert und unabhängig von Öffnungszeiten sichtbar macht. Die App entstand in Zusammenarbeit mit Museen, Archiven, Archäologie, Marketing und Tourismus und kann kostenlos in den App Stores heruntergeladen werden. Gefördert wurde das gemeinsame Projekt von Stadt und Landkreis Landshut von Heimat Digital Regional des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat. Dank modularem CMS kann die App um weitere Touren ausgebaut werden.
Die digitale Plattform Kulturatlas Bayern wird momentan von der Stiftung Kulturzukunft Bayern entwickelt und richtet sich an alle, die ein öffentlich zugängliches Kulturangebot anbieten - von Solo-Selbstständigen bis hin zu Institutionen. Kleinere nichtstaatliche und ehrenamtlich geführte Museen unterstützt der Kulturatlas bei Sichtbarkeit, Vernetzung und Wissensaustausch. Im Dialog mit dem Netzwerk wurden konkrete Bedarfe gehört, u. a. bei digitaler Präsenz, medialer Ausstattung, Fördermitteln, Nachwuchsgewinnung, Austauschformaten, Fortbildungen und einer Objekt-Tauschbörse.
Ein ganz besonderes Highlight bei diesem Netzwerktreffen war der Einblick von Clara Helmig (Digital Humanities, Universität Regensburg) in ihre Masterarbeit zur Digitalisierung und digitalen Edition des Stelzenberger Archivs aus dem Geisenhausener Heimatmuseum. In einem spannenden Vortrag erläuterte sie die Frage, wie aus papierenen Archivalien mit Texterkennung und Code ein durchsuchbarer und multifunktionaler digitaler Text auf dem Bildschirm wird. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie lokale Geschichte digital weiterlebt.
Vielen Dank an alle Beteiligten für die offenen Gespräche, die zeigten, wie wichtig die kontinuierliche Unterstützung der Museumslandschaft im ländlichen Raum ist.
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