Time Trails Trinkgeschichten: Radtour in die Steinzeit, zu den Kelten und ins Kloster


Altdorf: die älteste Tasse Europas
Im Museum Altdorf, einem der ältesten Bauernhäuser des Landkreises, findet ihr die bisher älteste bekannte Tasse Mitteleuropas aus der Steinzeit (ca. 5300 v. Chr.). Diese Tasse mit senkrechtem Henkel ähnelt modernen Kaffeetassen. Mit ihrem gewölbten Boden wurde sie in heißer Erde warmgehalten. Vom Stilbewusstsein der jungsteinzeitlichen Menschen zeugen im Museum Altdorf neben der Tasse auch mit Linienbändern verzierte Keramiken und ein einzigartiges, über 6500 Jahre altes Kollier mit Steinperlen.
Bruckberg: Bayerns ältester Becher und Weingenuss bei den Kelten
Der steilwandige Becher aus Bruckberg (um 4800 v. Chr.) ist das älteste bekannte Gefäß dieser Art in Bayern. Im Bruckberger Museum Vinum Celticum erfahrt ihr mehr über den Becher und den Weinanbau im Isartal sowie über die Geschichte der Hallstattzeit. Dort entdeckt ihr auch die spannende Geschichte von einer Keltin und einem Kelten, die in den nahegelegenen Hügelgräbern bestattet wurden. Sie erhielten vom Museumsverein die Namen Isira ("die reiche Bruckbergerin") und Brogilo.
Der Geschirrsatz der keltischen Herrin "Isira" ging über den Bedarf einer Einzelperson weit hinaus. Der Herrenhof, zu dem der Bruckberger Museumsrundweg führt, war damit bestens für rauschende Feste und die Bewirtung vieler Gäste ausgestattet. Bei Grabungen fanden Archäologen in der Region zudem Samen wilden Weins. Dies alles deutet darauf hin, dass die Kelten gerne Wein tranken.

Der Weinanbau im Isartal ist seit dem frühen Mittelalter schriftlich belegt. Wie die Familie eines Winzers im Jahr 1557 lebte, führt das Altdorfer Museum vor Augen. Da sich im 17. und 18. Jahrhundert mit dem Klima auch der Geschmack des Weins veränderte, kam der Weinanbau im Isartal langsam zum Erliegen. Einzelne Hobbywinzer stellen noch heute eigene Weine her und pflegen ihre Weinberge.

Furth: Klosterbier und Kräuterschnaps: die berauschenden Geheimnisse der Geistlichkeit im Kloster
In Furth begegnen Radfahrer den ersten grünen Hopfengärten. Hier beginnt das größte Hopfenanbaugebiet der Welt, die Hallertau. Im Kloster Furth mit angrenzender Schaubrauerei und einem barrierefreien Schaukräutergarten erfahrt ihr alles über die Bier- und Kräuterdestillation. Das Braurecht wurde 1621 durch Herzog Maximilian I. bestätigt. Die Klosterbrauerei Furth, die 1980 umbenannt wurde, produziert seit 1857 Kräuterdestillate aus über 30 verschiedenen Kräutern. Entdeckt die Geheimnisse der Klosterbrüder im Kloster Furth!

Die gesamte Radtour Time Trails Trinkgeschichten von Altdorf über die Stadt Landshut, Bruckberg, Gammelsdorf und Furth ist ca. 42 km lang,
dabei geht es insgesamt um die 200 Meter bergauf.
Fahrdauer: ca. 2,5 Stunden.
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer.
Sie können diese große Radrunde auch aufteilen in Abschnitte:
Der Radweg vom Museum Altdorf zum Museum Vinum Celticum in Bruckberg ist 17,5 km lang.
Der Radweg vom Museum Vinum Celticum in Bruckberg nach Furth ist 17 km lang.
Der Radweg von Furth zum Museum Altdorf ist 7,5 km lang.
Von Bruckberg aus fährt die Bahn zurück zum Hauptbahnhof Landshut. Von dort aus geht ein Bus nach Altdorf: Landshuter Stadtbuslinien 1 (Haltestelle Wadenspanner) und 8 (Haltestelle Altdorf-Rathaus). Von beiden Bushaltestellen aus sind es etwa 5 Minuten Fußweg bis zum Museum Altdorf.
Folgende Infotafeln gibt es zu entdecken: 1 Museum Altdorf, 2 Geschichte der Biergärten in Bayern, 3 Geschichte des Radfahrens, 4 Schloss Bruckberg, 5 Der älteste Becher Bayerns, 28 Museum Vinum Celticum, 6 St. Laurentius Engelsdorf, 7 Historisches Gasthaus zur Post, 8 St. Nikolaus Geberskirchen, 9 St. Nepomuk Punzenhofen, 10 Kloster Furth, 11 Biergeschichte, 12 Brunnen in Pfettrach, 13 Die älteste Tasse Mitteleuropas, 14 Ganslberg: Fritz Koenig, 15 Muttermilch.
Anbindung der Radtour Time Trails Trinkgeschichten an regionale und überregionale Routen:
Niederbayerntour - himmlisch Radfahren: Die Time Trails Radtour 1 überschneidet sich zwischen Landshut und Furth mit der Niederbayerntour, der mit 244 Kilometern längsten Radtour in Niederbayern. Unter dem Motto "Badehose, Bier, Barock" radelt man von der Drei-Flüsse-Stadt Passau über die Fürstenstadt Landshut zum UNESCO-Welterbe der Stadt Regensburg. Stets mit besten Badeoptionen an Donau, Vils und Isar. Auf einsamen Radwegen zu berühmten Klöstern mit barocken Meisterwerken, urigen Klosterwirtschaften und Biergärten, vom Donautal über die Hallertau zu den gewaltige Felsen des Bayerischen Jura. Auf dieser urig weiß-blauen, barocken, süffig, gschmackig und lehrreichen Radroute durch das Bayerische Thermenland frohlocken nicht nur die Waden.
Bayerisches Golf- und Thermenland: Neben der Niederbayerntour existiert im Bayerischen Golf- und Thermenland noch ein weitläufiges Netz an Radwegen und Erlebnisrunden. Ganz nach dem Motto „Himmlisch Radfahren – 1.000 Kilometer, fünf Flüsse, 13 Städte“ kann in jede Himmelsrichtung losgeradelt werden.
Radtour durchs Holledauer Tor: Im Nordwesten Landshuts liegen fünf Gemeinden im Eingangsbereich der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Ab Furth gibt es Anschlussmöglichkeiten an die Radltour durch die Region "Holledauer Tor", auf der sich die Geschichte des Hopfenanbaus und des Bierbrauens weiter vertiefen lässt. In Osterwind lädt das "Humularium 1920", ein nachgebauter historischer Hopfengarten, zum Rasten ein. Die liebenswerte Landschaft der Hallertau schmeichelt Auge und Seele und weckt geradezu das Verlangen Land und Leute näher kennen zu lernen.

